Impressum     Blog     Kontakt

Im Zuge einer Recherche war ich kürzlich im Stadtarchiv der Stadt Zürich. Dabei entdeckte ich das obige Dokument. Der Bund Schweizerischer Frauenvereine äusserste sich im Vorfeld zur Volkszählung von 1960 über Frauen als «Gezählte». Was damals bereits scharfsinnig erkannt wurde, dürfte auch rund 60 Jahre später in Zeiten von «Big Data» Gültigkeit besitzen. Mehr noch. Die Komplexität bei der Interpretation von personenbezogenen Daten in einem statitischen Kontext hat sich trotz massivem technologischem Fortschritt eher noch akzentuiert. Was Mani Matter in den 1970er-Jahre im Lied «D'Psyche vo dr Frou» sang, mag möglicherweise zutreffend sein. Letztlich entscheidend ist aber, dass in Anlehung an «Ashby’s Law» ökonomische oder gesellschaftliche Phänome zur angemessenen Erklärung auch hinreichend komplexe Datenmodelle benötigen. Zusätzlich zur Datenqualität gesellt sich daher die Datenrelevanz.  

Quellen:

Malik, Fredmund: Strategie des Managements komplexer Systeme, 4. Auflage, Bern 1992.

Sta...

In New York leben rund 8.5 Millionen Menschen (Stand 1. Juli 2019). Diese Zahl entspricht ziemlich genau der Schweizer Wohnbevölkerung (Stand Ende 2018). Kürzlich titelte die Neue Zürcher Zeitung mit folgender Schlagzeile: «New Yorker zieht’s aus der Stadt». Mit anderen Worten bewirkt die Corona-Krise Verschiebungen in den angestammten Standort- und Wohnpräferenzen. Diese Entwicklung zeigt sich dem Vernehmen nach auch in den einschlägigen Indikatoren zum Immobilienmarkt. Das Transaktionsvolumen sinkt. Zudem tendieren die Marktpreise nach unten. Seit Oktober 2019 betrugen die Preisrückgänge je nach Quartier und Segment zwischen 10 und 20%. Im Big Apple lassen sich derzeit zwei räumliche Muster ausmachen. Zum einen sind es Haushaltsumzüge in relativ günstigere Quartiere, um dort mit demselben Haushaltsbudget mehr Wohnfläche konsumieren zu können. Man sucht also ein noch besseres Preis-Leistungsverhältnis. Andererseits ist es ein Wegzug aus der Weltmetropole. Das Leben auf dem Land ruft....

Seuchen wie Pest, Typhus oder Cholera begleiten die Menschheit nachweisbar seit über 2000 Jahren. So suchte im 19. Jahrhundert etwa die Cholera in drei grossen Epidemien Westeuropa heim. Cholera ist eine Infektionskrankheit, die innerhalb von Stunden bis Tagen zum Tod führen kann. Ihre Ausbreitung erfolgt über verunreinigtes Trinkwasser. Von der zweiten und dritten Welle dieser Epidemie waren auch die Kantone in der Schweiz betroffen. Die Behörden bemühten sich damals, die Plage mit geeigneten Massnahmen in den Griff zu kommen.

Und wie Zeiten von Corona berichteten die Zeitungen detailliert über das Geschehen. So auch die Neue Zürcher Zeitung (NZZ): «Die Direktion der Medizinalangelegenheiten hat an das eidgenössische Departement des Innern und die sanitätsbehörden sämmtlicher Kantone folgendes Kreisschreiben erlassen: “Wie sie theils durch uns direkt, theils unzweifelhaft durch die Presse vernommen haben, sind in Zürich und Umgebung in letzter Zeit eine Anzahl Cholerafälle vorgekommen....

Heute startet mein neuntes Jahr im selbstgewählten Home-Office. Unter normalen Umständen wäre diese persönliche Realität nicht einmal eine Randnotiz wert. Aber was ist heute schon normal? War ich mit dieser Arbeitsform im Jahre 2012 noch eher die Ausnahme von Regel, mutierte das Home-Office in diesen Tagen zum temporären Massenphänomen. Diese geänderte Verhaltens- und Arbeitsweise bilden nur eine von fast beliebig vielen unerwarteten Facetten, die die Corona-Krise bisher mit sich gebracht hat.

Die Corona-Pandemie selbst kann als faktische Kulisse für ein fast weltumspannendes Labor verstanden werden. An allen Ecken und Enden passiert viel. Und es lassen sich neue Erfahrungen sammeln. Dazu gehört beispielsweise das Schlangestehen vor Läden.Mich als Hausmann würde es beispielsweise brennend interessieren, mit welcher mittleren Wartezeit beim Schlangenstehen vor einer Migros- oder Coop-Filiale zu rechnen ist. Gibt es Unterschiede? Neue Fragestellungen und Erkenntnisse entstehen – wie neue...

Krisen sind immer ehrlich und entlarvend. Sie decken echte oder vermeintliche Schwachstellen oder Missstände auf. Daneben sind sie fast immer auch Quellen für Innovationen. Zudem kann man aus Schaden klug werden. Das gilt wohl auch für die herrschende Corona-Krise. Nicht nur in stürmischen und turbulenten Zeiten sind zeitnahe und verlässliche Daten und Informationen das A und das O für Entscheidungen, die Politiker, Unternehmer oder Manager treffen müssen. Aber auch in einer diesbezüglich komfortablen Lage mangelt es nie an Imponderabilien oder an Zwickmühlen bei der Entscheidungsfindung. Das liegt in der Natur der Sache.

Heute – auf den Tag genau – vor 24 Jahren begann ich mich professionell als Volkswirt mit dem Schweizer Immobilienmarkt mit all seinen Facetten auseinanderzusetzen. Eine meiner beruflichen Passionen sind standort- und raumbezogene Analysen jeglicher Couleur. Seit April 1996 hat sich in diesem Kontext sehr viel (zum Positiven) in meiner Arbeit getan. Kein Vergleich wie...

Seit 7 Jahren, 10 Monaten und 26 Tagen arbeite ich nun im Home-Office. Freiwillig. Zumindest von der Arbeitsplatzsituation her bedeutet für mich die herrschende ausserordentliche Lage «courant normal». Alles andere als normal präsentiert sich seit ein paar wenigen Wochen die Gefährungslage der Volksgesundheit einerseits und die volkswirtschaftliche Grosswetterlage andererseits. Es geschieht hüben wie drüben Historisches und bis dato «Undenkbares».

Minus 6.18%, soviel büsste der Total-Return-Index von kotierten Immobilienfonds an einem einzigen Handelstag an der Zürcher Börse ein. Man schrieb Freitag den 13. März 2020. Ausgerechnet an diesem neuralgischen Datum registrierte man den grössten Tagesverlust in dieser vergleichsweise kleinen Anlagegruppe. Und zwischen dem 10. und 17. März 2020 verlor derselbe Index im Total minus 16.2%. Diese Werte sind für sich genommen historisch einmalig. Denn in der rund 80-jährigen (Erfolgs-) Geschichte von Schweizer Immobilienfonds mussten Anleger noch...

Weltweiter Wirtschafts-Tsunami

Der Crash an der New Yorker Börse von Ende Oktober 1929 markierte den Startpunkt der Weltwirtschaftskrise. Die Schweiz als kleine offene Volkswirtschaft bekam die Auswirkungen dieser epochalen Krise zeitverzögert, dann aber ab 1932 mit voller Heftigkeit zu spüren: Eine hartnäckige Rezession war die Folge; die Arbeitslosigkeit schnellte in die Höhe. Die volkswirtschaftliche Lage war prekär und düster. Vor diesem Hintergrund beschoss das Bundesparlament in den Jahren 1933 und 1936 umfassende und einschneidende Finanzprogramme zur Aufrechterhaltung der staatlichen Funktionsfähigkeit. Die Behörden stützten sich dabei auf ausserkonstitutionelles Notrecht.

Punktuelle Rückblende

Am 10. Mai 1929 schloss der Gastronom J. Rogenmoser einen Mietvertrag über 15 Jahre ab. Mietobjekt war ein Restaurant im Neubau der «Alten Börse» in der Stadt Zürich. Das Gebäude lag und liegt in unmittelbarer Nähe zum Paradeplatz (Bleicherweg/Talstrasse). Der Mietvertrag beinhaltete eine S...

Occasionsliegenschaft unter dem Hammer

104 Millionen Franken, soviel bezahlt die in Zug domizilierte «Blockchain Real Estate Company» BrickMark AG nach eigenem Bekunden für 80% der Aktien einer Zürcher Immobilienaktiengesellschaft (https://brickmark.io/). Das wertvolle Aktivum dieser Gesellschaft: die Liegenschaft befindet sich an der Bahnhofstrasse 52 in Zürich. Das Gebäude selbst wird 1882 auf der grünen Wiese noch als klassisches Wohn- und Geschäftshaus realisiert. In den Archiven figuriert es unter «Spinnerhaus», benannt nach dem Seidenhaus E. Spinner & Cie. Letztere erwirbt die Liegenschaft im Jahre 1908. Zu diesem Zeitpunkt besitzt das Haus noch eine aufwändige historistisch geprägte Fassade. Um 1930 erhält es sein heutiges Äusseres. In den 1960er-Jahren lehnt das Baukollegium ein Neubauprojekt mit einer Fassade aus Glas ab.

Zukunft beginnt mit Old School-Immobilie

Der kürzlich erfolgte Deal lässt aufhorchen: Erstens veräussert der Verkäufer das Grundstück nach einer eigenen Halteda...

Die Volkszählungen, die zwischen 1850 bis 2000 in der Regel alle 10 Jahre stattfanden, beinhalten einen wunderbaren Datenschatz. Am letzten Freitag fand im Landesmuseum Zürich eine halbtägige Veranstaltung zum Thema Statistik und Geschichte statt. Sie, die Veranstaltung «Die Schweiz (er)zählen – Geschichte und Statistik» drehte sich um die Veröffentlichung von historischen Volkszählungsdaten ab 1850 als animierte Webseite statt. Der Neuigkeitsgehalt liegt einerseits in der durchgehenden digitalen Verfügbarkeit dieser Daten. Andererseits lädt die kartografische Aufbereitung der Daten zum Schmökern ein. Für Akteure, welche die räumliche Dynamik und Entwicklung der Schweiz verstehen möchten, ein niederschwelliges Instrument, um die vielschichte Materie einzusteigen.

https://www.atlas.bfs.admin.ch/maps/undefined/de/14444_14427_14426/23007.html. 

https://www.census1850.bfs.admin.ch/de

Als optische Ergänzung empfehle ich das historische Kartenmaterial, das vom Bundesamt für Landestopografie se...

Lesen Sie von Philosophen geschriebene Bücher? Ich meinerseits kann mich nicht zu den Viellesern in diesem Gefilden zählen. Kürzlich jedoch verschlang ich ein solches Werk: «Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft». Geschrieben hat es der Philosophie-professor Richard David Precht. Vieles darin ist erhellend. Mit am besten gefiel mir darin das Konzept der «shifting baselines». Es steht für einen schleichenden und meistens unbewussten Anpassungs- und Akzeptanzprozess in unseren Köpfen und letztlich in einer ganzen Gesellschaft. Ein unverfängliches Beispiel: Heute ist man rascher freiwillig oder auch ohne aktive Einwilligung per du als das noch vor einer Generation der Fall war. Die Sitten ändern sich. Niemand hat uns dazu gezwungen. Es passiert einfach. Eine neue Realität ist da.

Entscheidung aus Vernunft 

Zum genannten Konzept eine kleine Geschichte aus dem wirklichen Leben: In meiner Nachbar-schaft in der Stadt Zürich steht eine ältere Villa. Sie wurde vor kna...

Please reload